Schweden 2006

Vom 16.06.06 bis 18.06.06 fuhren wir auf Einladung von Music and Friends zu dem internationalen Musikfestival Cantate Småland nach Växjö in Schweden. Die Reise begann am Freitagmorgen sehr früh um 5 Uhr, was dazu führte, dass wir uns mehr oder weniger munter aber trotzdem gut gelaunt auf dem Parkplatz des Reiseunternehmens Grunert in Husum einfanden.

Von dort aus machten wir uns auf die lange Fahrt nach Schweden, über Dänemark über Kopenhagen zunächst über die Öresund-Brücke nach Malmö, wo unsere Reiseleiterin Helena zu uns stieß. Nachdem wir sie auf dem Marktplatz von Malmö eingesammelt hatten, zeigte sie uns die Sehenswürdigkeiten der hübschen und lebendigen Stadt, einer interessanten und kunterbunten Mischung aus neu und alt.

Gegen siebzehn Uhr kamen wir schließlich in Växjö an und bezogen unsere Hotelzimmer. Jetzt war Zeit, die Koffer auszupacken, einkaufen zu gehen oder das schöne sonnige Wetter im hoteleigenen Garten zu genießen, bis um halb sieben das Einsingen begann. Danach ging es dann zu unserem ersten Auftrittsort im Elite Stadshotellet im Zentrum der idyllischen Stadt.

Dort begann um acht Uhr eines der vier gleichzeitig überall in Växjö stattfindenden Freundschaftskonzerte zusammen mit dem Gastchor Öjabykören, dem Sannesund Sangkor aus Norwegen und dem Pevecke Sdruzeni Litomerickych Ucitelu aus der Tschechischen Republik. Es bereitete allen viel Freude die Lieder der anderen Chöre kennen zu lernen sowie selbst einen Teil zu der außergewöhnlich guten Stimmung beizutragen. Der darauffolgende kleine Imbiss bot den Mitwirkenden die Möglichkeit miteinander ins Gespräch zu kommen und Kontakte zu knüpfen. Leider endete dieser harmonische Abend viel zu früh.

Gegen Mückenhorden kämpfend, aber ansonsten sehr gemütlich, spazierten wir zu unserem Hotel zurück, wo sich die meisten nach diesem anstrengenden Tag schnell zur Ruhe begaben.

Wer geglaubt hatte, am Samstag ausschlafen zu können, wurde bitter enttäuscht, denn auch der begann wieder sehr früh mit dem Konzert um Punkt 8:40 Uhr im Konserthus Växjö. Nacheinander traten in den folgenden Stunden alle zwölf teilnehmenden Chöre auf, die durch ihre unterschiedlichen Musikrichtungen ein buntes Programm boten, was auch durch die fröhlichen Anmoderationen unterstützt wurde. Aufgrund der recht engen Zeitplanung war es jedoch leider nicht allen Chören möglich, das gesamte Konzert mitzuerleben.

Das Mittagessen wurde von allen Chören zusammen in Form eines gemütlichen Picknicks in sehr idyllischer Atmosphäre bei der Schlossruine Kronoberg, direkt am See gelegen, verzehrt. Anschließend versammelten sich alle in der Ruine zu dem angebotenen Workshop, der den Gästen die Natur Schwedens näher bringen sollte - in musikalischer Form wurden die vier Elemente der Natur - Erde, Feuer, Wasser und Luft - erkundet. Nach Kaffee und Eis ging es zurück zum Hotel, wo wir jeder bis 17 Uhr Zeit für eigene Erkundungen der näheren Umgebung hatten, bevor wir uns auf den Weg zur Glasfabrik Pukeberg machten, wo uns ein sehr schöner und typisch schwedischer Abend erwartete.

Zum Auftakt trat noch einmal jeder Chor kurz mit einem Lied auf. Nachdem der letzte Chor wieder auf seinen Platz zurückgekehrt und den Chorleitern mit einem kleinen Geschenk gedankt worden war, wurden wir von einer munter musizierenden Musikantengruppe eingeladen, ihnen zu dem Festplatz, auf dem die Mittsommernachtsfeier stattfand, zu folgen.

In der Mitte dieses von kleinen roten Holzhäusern umgebenen Platzes stand der Mittsommernachtsbaum, der unserem Maibaum sehr ähnlich ist. Zu typisch schwedischen Mittsommernachtsgesängen tanzten wir um diesen Baum, was allen sehr viel Spaß machte.

Nach diesem lustigen Erlebnis, das die Chöre einander näher brachte, kehrten wir in die Glasfabrik zurück, wo uns ein charakteristisches Büffet mit vielen deftigen schwedischen Spezialitäten wie Salzheringen, gebratenem Speck, Bratwurst, großen Pellkartoffeln, Knäckebrot und Paprikabutter angeboten wurde.

Die Idee dieses Abends basiert auf dem alten Brauch, dass Arbeiter und Kunden der Glasfabrik nach Feierabend gemeinsam in den noch warmen Öfen ihre mitgebrachten Speisen zubereiteten und in geselliger Runde zusammen aßen und sangen.

Auch unsere Mahlzeit wurde musikalisch von einem Entertainer begleitet, zu dessen allgemein bekannten Liedern die Gäste anfingen zu tanzen und auch selbst auf die Bühne kamen, um ihn zu unterstützen. Außerdem bestand nach dem Essen die Möglichkeit, die Glashütte zu besichtigen, sich selbst als Glasbläser zu versuchen oder Andenken im angrenzenden Laden zu kaufen.

Wieder einmal mussten wir uns zu früh von den anderen verabschieden, als wir uns gegen halb zwölf wieder auf den Rückweg machten, dessen ca. 70 Kilometer mit viel Gesang schnell verging. Für einige war der Abend jedoch noch nicht ganz zu Ende: sie trafen sich noch zu einem Schlückchen in verschiedenen Hotelzimmern.

Am nächsten Morgen mussten leider die Koffer schon wieder gepackt werden, denn um neun Uhr war Abfahrt vom Hotel. Aber es ging noch nicht direkt nach Hause: vorher erwartete uns noch eine Fahrt auf dem über hundert Jahre alten mit Kohlefeuer betriebenen Dampfer Thor. Wir fuhren von Evedal zur Schlossruine Kronoberg – es war eine sehr interessante und ruhige etwa einstündige Tour.

Unser Bus wartete zwar schon auf uns, bereit die Heimfahrt anzutreten, doch der Ehemann unserer Reiseleiterin, der sie von dort abholen wollte, ließ noch auf sich warten. Um die Zeit zu überbrücken wurde prompt ein Koffer als Ersatz für den Mittsommerbaum aufgestellt und wir begannen in Erinnerung an den lustigen Abend um ihn herum zu tanzen. Diese improvisierte Mittsommernachtsnachfeier wurde durch das Erscheinen von Helenas Mann beendet. Nun mussten wir uns verabschieden, sowohl von Helena, als auch von Schweden.

Uns erwartete die lange Rückfahrt durch Schweden und Dänemark und wir erreichten Husum gegen 19 Uhr.

Es waren drei sehr schöne, ereignisreiche Tage, die uns allen viel Freude bereitet haben - leider sind sie viel zu schnell vergangen und wir würden sie gerne jederzeit wiederholen.